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Wie aus einer Idee eine Institution wurde
LANDKREIS ROTH — „Landrat Herbert Eckstein ist nach einer Sitzung des Krankenhausausschusses auf mich zugekommen und hat ob meiner langjährigen Erfahrung in diesem Gremium und meiner sozialen Einstellung angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in verantwortlicher Position einen Förderkreis für die Kreisklinik Roth ins Leben zu rufen“, erinnert sich Kreisrat Anton Nagel.
Der Leiter eines Versicherungsbüros fühlte sich tief geehrt und zögerte nicht lange mit seiner Entscheidung: „Ich mache es“.
Nagel scharte einige Leute um sich, die die formellen Anforderungen für eine Vereinsgründung, unter anderem das Erstellen einer Satzung, mit auf den Weg brachten. Die Gründungsversammlung, an der 40 Personen zugegen waren, fand dann am 17. Juli 1996 statt. Nagel wurde zum Vorsitzenden gewählt. Ein Amt, das er bis heute inne hat.
Ziel: 2000 Mitglieder
„Keiner hätte es sich damals vorstellen können, dass die Mitgliederzahl des Vereins und die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung so gewaltig ansteigt“, blickt Nagel zurück. Es taten sich viele Türen auf.
Mittlerweile gehören dem Verein über 1000 Mitglieder an. „Mein Ziel ist es, die 2000-er Hürde zu überspringen“, sagt Nagel, der oft „als Motor“ des Förderkreises bezeichnet wird. So soll ab 2012 wieder eine größere Werbekampagne anlaufen.
Ziel des Vereins war von Anfang an die Arbeit der Kreisklinik zu unterstützen, bei der Finanzierung von medizinischen Geräten sowie der Weiterbildung des Pflegepersonals mitzuwirken sowie als Werbeträger aufzutreten.
So wurden Telefonaktionen durchgeführt, beispielsweise zum Thema „Schlaganfall“ oder „Keine Angst vor der Narkose“. Zudem wurden Vortragsveranstaltungen initiiert. Hierbei referierten die Chefärzte der Kreisklinik und andere angesehene Ärzte jeweils unentgeltlich.
Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorengelder nahm der Verein seit der Gründung 355000 Euro ein. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 306000 Euro.
Für medizinische Geräte und Hilfsmittel wurden 137441 Euro ausgegeben. Davon wurden unter anderem ein Ultraschallgerät für über 28 000 Euro angeschafft, ebenso ein radiologisches Gerät (zirka 25 000 Euro) sowie Fahrhilfen für Betten. Für die Fortbildung des allgemeinen Pflegepersonals wurden 23720 Euro und für die der Palliativstation 70 968 Euro ausgegeben.
Zuletzt hat der Vorstand des Förderkreises der Kreisklinik Roth gebilligt, für ein Jahr ein Fortbildungs- und Lernprogramm zu finanzieren. Kosten: fast 10000 Euro. Das Lernprogramm steht durch Zugang übers Internet und als Druckversion vor allem den 230 Pflegekräften und 60 Pflegeschülern zur Verfügung. Es bietet ein Seminarangebot und enthält auch etwa 70 Fachbücher, in denen online über Pflegethemen nachgelesen werden kann.
Die Spenden, die speziell für die Palliativstation eingehen, würden auch dafür verwendet, eine extra Mitarbeiterin stundenweise zu finanzieren. Diese betreut dann die Patienten, die entlassen werden, zuhause.
Ferner wurden die Gestaltung und der Ausbau von Räumlichkeiten mit rund 20850 Euro bezuschusst, darunter fallen der Therapiegarten und der „Raum der Stille“. 25028 Euro kosteten Geräte und Hilfsmittel, die in der Palliativstation gebraucht werden. So wurden auch die Kosten der Musiktherapie und der evangelischen Seelsorge übernommen.
Der Patient steht im Mittelpunkt
Neben all den finanziellen Dingen steht beim Förderverein der Patient im Mittelpunkt. „Ihm gilt unser ganzes Interesse“, sagt Nagel. Der Förderverein hat unter anderem mit Aktionen wie der Aufführung der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma durch das Künstlerehepaar Messerer mit Liveübertragung auf die Krankenzimmer versucht, ein bisschen Freude und Abwechslung in den Alltag der Patienten zu bringen.
Aber auch die Menschen in der Palliativstation sind in das Engagment des Fördervereins eingeschlossen. „Wir wollen den Menschen in ihrer schweren Situation die Würde geben“. Besuche, unbürokratische Hilfe und Unterstützung würden hinterher oft mit Dankesschreiben gewürdigt. „Solche Reaktionen zeigen, dass unser Verein im Kleinen Großes leistet“.
Aber Nagel und seinen Mitstreitern geht es auch darum, den guten Ruf der Einrichtung „Kreisklinik“ zu mehren. „Ich höre bei kritischen Anmerkungen genau zu und gehe Beschwerden und Anschuldigungen nach.
„Zu 95 Prozent hat es sich bislang um Missverständnisse gehandelt“, sagt Nagel, für den der Vorsitz des Fördervereins längst zu einer Lebensaufgabe geworden ist.
„Ohne die Unterstützung des Förderkreises könnte manches in der Kreisklinik Roth nicht angeschafft werden“, würdigt Chefarzt Dr. Hans Rogenhofer all das Engagement. Umgekehrt spricht Anton Nagel von
einer „einmaligen Zusammenarbeit“ mit Ärzten und Klinikleitung.
Weitere Informationen unter: www.foerderkreis-kreisklinik-roth.de






